Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2018/19

Religionswissenschaftliches Institut

Das umfangreiche Lehrangebot des Religionswissenschaftlichen Instituts finden Sie hier.

 

Theologische Fakultät

Das umfangreiche Lehrangebot der Theologischen Fakultät finden Sie hier.

 

Institut für Kulturwissenschaften

M. van Hulzen

Gift and Sacrifice (S)

Can a gift be given without expecting something in return? Is there such a thing as a pure gift? Or is a gift always given in anticipation of a counter gift? And if this is the case, then how is gift giving different from ordinary barter? How do practices of gift giving relate to market transactions in general? Are there things that are priceless, which value cannot be expressed in the crude calculations of the monetary system, and can only be given? These are some of the central questions that will be studied and discussed during this seminar. Next to canonical texts such as The Gift by Marcel Mauss, Given Time by Jacques Derrida and The Accursed Share by Georges Bataille, we will look at more recent texts on gift giving in philosophy, anthropology, theology and sociology. This will allow us not just to focus on the classical philosophical questions of the gift given above, but also on how theories of the gift offer a framework to interpret various topics within the social sciences such as philanthropy, faith, solidarity, empathy, ecology etc. Of special interest will be the relation between the gift and sacrifice. Practices of sacrifice can be understood as a subcategory of the gift, or even as fundamental to gift giving. The world of sacrifice offers a darker and more uncertain side of the gift characterized by renunciation, death and destruction, but also by beginning and renewal. One of the primary texts we will be looking at in our reflections on the relation between gift and sacrifice is the book Fear and Trembling by Søren Kierkegaard – which by some is considered to be the most dangerous book in western philosophy. The overall aim of the course is to give an overview of the most prominent theories of the gift, and to reflect on the relation between gift and sacrifice from an interdisciplinary perspective. The seminar will be given in English..

Die., 15:15 Uhr, SG S 4-25

 

Historisches Seminar

S. Dietrich

David gegen Goliat? (S)

Im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. erschüttern schwere Aufstände den Osten des Imperium Romanum: Religiös radikalisierte Teile der jüdischen Bevölkerung leisten erbitterten Widerstand gegen die römische Herrschaft. Diese Zeloten berufen sich dabei auf alttestamentarische Vorbilder und begründen ihren Krieg gegen Provinzialisierung, kaiserliche Machtinszenierung und die Allgegenwärtigkeit hellenistischer Kultur mit einer verschärften Exegese heiliger Schriften. Nicht einmal eine Generation nach Jesus von Nazaret begegnen uns an den Stätten seines Wirkens selbsternannte Propheten, rücksichtslose Guerillakämpfer, korrupte Beamte, fanatisierte Meuchelmörder und Attentäter. Die Überlieferung des Jüdischen Krieges verdankt die althistorische Forschung einem immer noch höchst umstrittenen Protagonisten dieser Ereignisse, welche schließlich die Bühne für den Aufstieg einer neuen römischen Kaiserdynastie bieten. Historiographische Quellen, Briefe, Inschriften und Münzen geben Einblicke in einen Zusammenprall der Kulturen, dessen Folgen bis zum heutigen Tage die internationale Politik polarisieren.

Mi., 9:15 Uhr, GWZ H4 2.16

 

E. Bünz

Kirche und Gesellschaft im Mittelalter (V)

Die christliche Prägung Deutschlands und Europas, das „christliche Abendland“, sind zu politischen Schlagwörtern und Kampfbegriffen geworden. Ungeachtet aufgeregter Debatten und schwindender Akzeptanz des Christentums in der Gegenwart muss sich der Historiker den hohen Stellenwert von Kirche in der Vergangenheit und deren Prägekraft für alle erdenklichen Bereiche stets vor Augen führen. Die Vorlesung bietet nicht Kirchengeschichte aus der Sicht der Theologie, sondern behandelt, was den Historiker vor allem angeht: Den Sitz der Kirche im Leben, im Alltag der Menschen. Im Mittelalter waren Kirche und Welt untrennbar verflochten. Selbstverständlich prägte die Kirche die Gesellschaft, aber die Gesellschaft prägte auch die Kirche. Die Vorlesung wird in mitteleuropäischer Perspektive Grundfragen des kirchlichen Lebens aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive beleuchten: Was ist das Christentum und was macht christlichen Glauben aus? Wie verlief die Christianisierung Europas und welche Bedeutung hatte dieser Vorgang? Wer waren die Gestalter der Kirche und wie wurden sie von ihrer Zeit geprägt? Päpste und Papsttum, Erzbischöfe und Bischöfe, geistliche Gemeinschaften (Klöster und Stifte), das Niederkirchenwesen (Pfarrei), das Frömmigkeitsleben (Stiftungen, Bruderschaften, Ablässe und Heiligenverehrung, Wallfahrten), Armut und Caritas, häretische Bewegungen u.a.m. werden in der Überblicksvorlesung behandelt.

Di. 11:15 Uhr, HSG HS 10

 

A.Sembdner

Die Pfarrei im späten Mittelalter – Mitten im Leben und Mittelpunkt des Lebens (S)

Die Pfarrei ist eine jener aus dem Mittelalter stammenden „Institutionen von langer Dauer“ – neben der okzidentalen Stadt etwa oder der Universität – die die europäische Gesellschaft und Geschichte nachhaltig und tiefgreifend geprägt haben und immer noch prägen. Die Pfarrei war in der zutiefst christlich fundierten Welt des Mittelalters der Kristallisationspunkt des alltäglichen Lebens jedes Menschen. Päpste und Könige mochten die Geschicke der Welt bestimmen, doch in Fragen des Seelenheils war der eigene Pfarrer der erste Ansprechpartner; die Pfarrkirche das Zentrum des öffentlichen Lebens. Im Gottesdienst fand man sich zur identitätsstiftenden kultischen Gemeinschaft zusammen, deren Erfahrungs- und Wissenshorizonte das Zusammenleben bestimmten. Stiftungen und Bruderschaften formten soziale Bezugsgruppen und Beziehungsgefüge, in denen die Zeitgenossen miteinander agierten. In der Pfarrkirche erfuhr man aber auch die neuesten Nachrichten oder konnte, falls nötig, bei der Kirchenfabrik einen Kredit aufnehmen. Die Pfarrei als geistliche Institution war untrennbar mit der Welt verflochten, die wissenschaftliche Beschäftigung mit ihr berührt daher ganz unterschiedliche Bereiche, nicht nur jene der Kirchengeschichte, sondern auch der Institutionen-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Das Seminar behandelt, mit Fokus auf ausgewählte Beispiele aus Mitteldeutschland, die institutionelle Verfasstheit der Pfarrkirche des späten Mittelalters und ihre Rolle innerhalb der sie umgebenden Gesellschaft. Es werden dabei u. a. die administrative und finanzielle Organisation, der Niederklerus und die Einbindung in übergeordnete Kirchenstrukturen in den Blick genommen. Zugleich soll die Rolle der Laien innerhalb „ihrer“ Kirche und die Bedeutung der Pfarrkirche für das alltägliche Leben der Pfarrgemeinde behandelt werden. Das thematisch strukturierte Seminar baut darauf, dass die Teilnehmer die jeweiligen Sitzungstexte vorbereiten und aufgrund selbstständig entwickelter Fragen und Thesen aktiv diskutieren. Anhand gedruckter und z. T. ungedruckter Überlieferung werden darüber hinaus die angesprochenen Themenfelder erarbeitet und so der praxisorientierte wie quellenkritische Umgang mit historischem Material geübt. Deshalb ist zumindest die Bereitschaft notwendig, sich auch auf Latein und Frühneuhochdeutsch einlassen und bei der gemeinsamen Erschließung der Quellen mitarbeiten zu wollen

Di., 15.15 Uhr, GWZ H5 2.16

 

Ch. Volkmar

Die Reformation. Europäische Zeitenwende oder „a late medieval event“? (V)

Nach dem großen Jubiläum von 2017, das ganz auf die „Marke Luther“ (A. Pettegree) gesetzt hat, ist es höchste Zeit, die Reformation als multipolaren, vielschichtigen und irritierend ambivalenten Transformationsprozess neu zu entdecken. Die Vorlesung bietet einen Überblick zur zuletzt wenig erforschten Kernphase der Reformation im Reich (1517–1555). Mit dem im Titel zitierten Thomas A. Brady interpretiert sie die Vorgänge vor ihrem mittelalterlichen Ereignishorizont, fragt aber zugleich nach Momenten eines forcierten religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Wandels. Ein Erstkontakt mit der internationalen Forschungsdiskussion ist dafür unabdingbar. Thematisiert werden politische und kulturelle Rahmenbedingungen, soziale Trägergruppen und die Spielregeln zeitgenössischer Reformdiskurse. Als Resonanzräume sind u. a. Universität und humanistische Gelehrtenkultur, Fürstenhöfe und Reichsverfassung, Theologie und kirchliche Reformbewegungen, Stadt-, Gemeinde und Adelsreformationen, der Bauernkrieg und das Leitmedium des Buchdrucks in den Blick zu nehmen. Neben den Protagonisten der neuen Lehre sollen in der Vorlesung auch altgläubige Kritiker und alternative Reformansätze bis hin zur radikalen Reformation zu Wort kommen. Während sich die Perspektive vom mitteldeutschen „Geburtsland“ der Reformation zum europäischen Horizont weitet, bleibt die Leitfrage: Entzieht sich die Reformation bis heute einer epochalen Zuschreibung und fordert sie heraus, selbstverständlich gewordene Periodisierungen zu hinterfragen?

Do. 15:15 Uhr, HSG HS 20

 

E. Bünz

Zwischen Kathedrale und Welt: Domkapitel im späten Mittelalter (mit Exkursion) (S)

Die Domkapitel gehören in den mittelalterlichen Bistümern durchweg zu den bedeutendsten und größten geistlichen Gemeinschaften. Allein in der deutschen Reichskirche des Mittelalters haben 58 Domkapitel existiert. Die Domkapitel wählten nicht nur den Bischof und regierten mit ihm das Bistum (Diözese), sondern sie waren durch ihren gewaltigen Grundbesitz auch Wirtschaftsfaktoren, vor allem aber repräsentieren sie in der personellen Zusammensetzung die Eliten der Zeit: einerseits die Repräsentanten des hohen und niederen Adels, aber auch Vertreter des Bürgertums, denen durch Studium und akademische Grade ein gesellschaftlicher Aufstieg möglich wurde. Wer waren die Domherren, wie sah ihr Alltag aus, was waren ihre Aufgaben, wie waren ihre geistlichen Gemeinschaften organisiert, deren besondere Stellung „zwischen Kirche und Welt” immer wieder das Interesse der Historiker findet? Diese Fragen sollen anhand ausgewählter Domkapitel des deutschsprachigen Raumes durch gemeinsames Quellenstudium im Seminar behandelt werden. Die Lehrveranstaltung ist mit zwei Tagesexkursionen nach Naumburg und Meißen verbunden. Die dortigen Domkirchen, ihre Kunstwerke und ihre Archive zeigen anschaulich, was ein Domkapitel im Mittelalter war.

Do., 11:15 Uhr, GWZ H5 2.16

 

Ch. Volkmar

Gegen Kaiser, Papst und Erzbischof. Magdeburg als Erinnerungsort der Reformation (1524–1631) (S)

Die mitteldeutsche Metropole Magdeburg war im Sommer 1524 die erste Großstadt des Reiches, in der sich unter direkter Beteiligung Martin Luthers die Reformation durchsetzen konnte. Indem sich der Altstädter Rat an die Spitze einer religiösen Bewegung stellte, wurde die Reformation zum neuen Hebel im alten Ringen um städtische Freiheit mit dem erzbischöflichen Stadtherrn. In der kaiserlichen Belagerung von 1550/51 sahen viele Zeitgenossen den Endkampf des Luthertums um sein Überleben im Reich, auch weil der militärische Widerstand von einer fulminanten Medienkampagne begleitet wurde. Die unbezwungene Jungfrauenstadt stieg zu einem zentralen Erinnerungsort des Protestantismus auf – ein Spannungsbogen, der bis in die Apokalypse des Dreißigjährigen Krieges führt. Das Seminar will am Fallbeispiel zentrale Aspekte der Vorlesung vertiefen und in eine forschungsdiskursiv wie quellenorientiert geführte Diskussion einsteigen. Die Teilnehmer analysieren die Verschränkung konfessioneller, reichs- und territorialpolitischer sowie lokaler Interessen zu einer spezifischen Gemengelage. Unter deren Bedingungen erscheint Reformation vor Ort als jeweils genuine Herausforderung, deren Lösungsansätze zugleich medial als Beitrag zur Erneuerung der gesamten Christenheit verhandelt und langfristig als lokale Traditionsmuster wirkmächtig werden konnten. Dabei ist auch zu diskutieren, inwieweit sich lokale Reformationen auf die von der Forschung entwickelten Typologien reduzieren lassen.

Do., 11:15 Uhr, GWZ H4 2.16

 

Orientalisches Institut

H.-G. Ebert, V. Klemm, S. Maisel

Die Die arabische und islamische Welt (V)

Vorlesung vermittelt grundlegende Kenntnisse zur arabischen und islamischen Welt aus den Themenfeldern Geschichte, Religion, Kultur, Sprache und Sprachgeschichte sowie islamisches Recht.

Mi., 7:30 Uhr, HS 11, H2.051

 

V. Klemm

Politische Geschichte der islamischen Welt (V)

Die Vorlesung vermittelt in prägnanten Einheiten die politische Geschichte der islamisch geprägten Welt vom 6. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ergänzend werden Beispiele der wissenschaftlichen, literarischen und architektonischen Produktion der vormodernen Kultur vorgestellt und erläutert. Die Vorlesung wird im SS 2019 mit einem Seminar zum 19. Jahrhundert im Nahen Osten fortgesetzt.

Mo., 16:00 Uhr, Raum S 202, Schillerstraß 6

 

H.-G. Ebert

Islamisches Recht (V)

Unter Beachtung der in der "Einführung in die Schwerpunkte der Arabistik" dargestellten grundlegenden Ausführungen zum Islamischen Recht werden in dieser Vorlesung vertiefte Kenntnisse zu den usûl al-fiqh und furû' al-fiqh vermittelt. Das Islamische Recht soll in seiner historischen Entwicklung erfasst und diesbezügliche neue Forschungsergebnisse berücksichtigt werden. Ausgehend von den Quellen beschäftigt sich die Lehrveranstaltung mit den Normen einzelner Rechtszweige und stellt diese in den Zusammenhang von Anpassung und Bewahrung unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen. Bezüge zur aktuellen Rechtslage in den islamischen Ländern werden hergestellt. Die Vorlesung bietet Einblicke in die "klassische" und "moderne" islamische Rechtsliteratur, so dass entsprechende Arabisch-Kenntnisse vorausgesetzt werden müssen.

Mo., 11:30 Uhr, S 102, Schillerstraße 6

 

P. Bockholt

Zwischen schiitischer Theokratie und IS – religiöse Vielfalt in der islamischen Welt (S)

In vielen westlichen Medien manifestieren sich konfessionelle Unterschiede in der islamischen Welt vor allem in der Darstellung schiitischer Mullahs oder Kämpfern des Islamischen Staates. Thema des Seminars ist die Entwicklung der beiden Hauptrichtungen Sunna und Schia sowie die bis heute existierende religiöse Vielfalt in der islamischen Welt, was nichtmuslimische Minderheiten mit einschließt. Erst eine historische Einordnung lässt moderne Phänomene wie die Islamische Republik Iran oder den Salafismus, die ebenfalls behandelt werden, besser verstehen.

Do., 15:15 Uhr, Raum M 104, Schillerstraße 6

 

H.-G. Ebert, J. Heilen

Recht und Rechtsentwicklung in Marokko (S)

Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die Rechtsordnung Marokkos. Dabei werden zunächst historische Zusammenhänge und diesbezügliche Besonderheiten (mit Blick auf den gesamten Maghreb) erläutert. „Klassische“ Rechtswerke finden Beachtung. Auf der Grundlage von entsprechenden Rechtstexten (vornehmlich in arabischer Sprache) sollen einzelne Rechtsinstitute näher untersucht und die Verbindung zwischen Islamischem Recht, französisch-inspiriertem Recht und Gewohnheitsrecht verdeutlicht werden. Schließlich geht es auch darum, die Rolle des marokkanischen Rechtssystems in der arabisch-islamischen Welt und den Einfluss auf die Rechtsordnungen anderer Länder herauszuarbeiten.

Mi., 11:00 Uhr, Raum M 204, Schillerstraße 6

 

H.-G. Ebert

Die islamische Rechtsquellenlehre (S)

Die islamische Rechtsquellenlehre bildet die Grundlage für das Verständnis des Islamischen Rechts. Aufbauend auf den im Bachelorstudiengang erworbenen Kenntnissen zur sharî’a soll die Lehrveranstaltung das System der Quellen und Methoden des Rechts untersuchen. Zunächst steht die historische Formierung der Rechtsquellenlehre im Mittelpunkt. Unter Bezugnahme auf ash-Shâfi’î (gest. 820) werden diesbezügliche Auffassungen muslimischer Gelehrter beleuchtet. Das Seminar beschäftigt sich mit den einzelnen Elementen der Rechtsquellenlehre und arbeitet die Besonderheiten der sunnitischen und schiitischen Lehre heraus. Neben den „klassischen“ Theorien zu den usûl al-fiqh sollen „moderne“ Lehrmeinungen behandelt werden. Organisatorisches Die Teilnahme an der Lehrveranstaltung setzt gute Arabisch-Kenntnisse voraus.

Mo., 9:00 Uhr, Raum M 204, Schillerstraße 6

 

Ethnologie

U. Rao

Ethnologische Fragen zu Religion, Ritual und Performanz (V)

Dieses Modul beschäftigt sich mit typischen Elementen des religiösen Lebens – wie z.B. Opfern, Mythen und Ritualen. Rückblickend auf die Ideengeschichte der Ethnologie reflektieren wir über religiöse Praxis und deren Repräsentation in ethnologischen Texten, sowie die Rolle von Nachbarfächern wie Religionswissenschaften und Theaterwissenschaften für die Auseinandersetzung mit religiösen Phänomenen. Anhand neuerer theoretischer Werke wird der Übergang zwischen Ritual und Theater thematisiert und die Bedeutung der performativen Wende für religionsethnologische und kulturwissenschaftliche Theoriebildung erörtert.

Mi., 11:00 Uhr, Hörsaal 20, M2.031

U. Rao

Textlektüre zur Ethnologie zu Religion, Ritual und Performanz (S)

Mi, 09:00 Uhr und  Do, 9 Uhr, S. 102, Schillerstraße 6

 

Soziologie

M. Burchardt

Konfliktfeld Religion und nationale Zugehörigkeit (S)

Gehören Kreuze in öffentliche Gebäude? Gehört der Islam zu Deutschland? Ist die religiös begründete Beschneidung von minderjährigen Jungen ein Verstoß gegen Menschenrechte? An solchen entzünden sich in der Gegenwartsgesellschaft mit großer Regelmäßigkeit massive öffentliche Debatten. In diesem Seminar geht es darum, solche Debatten soziologisch zu hinterfragen: Welche Konstruktionen kollektiver Zugehörigkeit dokumentieren sich in solchen Konflikten? Welche Machtverhältnisse kommen in ihnen zum Ausdruck? Welche Ursachen und Konsequenzen haben sie? Und wie kann man Konfliktverläufe im internationalen Vergleich erklären?

Di., 15:00 Uhr, GWZ , Raum 2.115

 

Musikwissenschaft

H. Walsdorf

Barockmusik aus den Anden (S)

Die Musikindustrie macht bereits seit einigen Jahren guten Umsatz mit der música barocca aus Lateinamerika. Unzählige Einspielungen mit werbewirksamen Albumtiteln wie „The New Jungle Book of the Baroque“ oder „Vidala – Argentina and Roots of European Baroque” spiegeln dabei zugleich die Forschungsentwicklung wider: Die Entdeckung „barocker“ musikalischer Quellenbestände in den Kathedralen von Lima und Cusco sowie in den jesuitischen Missionsgebieten zog bald das Interesse auch der europäischen Musikwissenschaft auf sich, die die Mechanismen und Folgen des musikalischen Kulturkontakts zwischen christlicher Mission und kolonialer Expansion immer weiter ausleuchtet. Anhand ausgewählter Beispiele soll in diesem Seminar ein Kapitel frühneuzeitlicher Kolonialmusikgeschichte erarbeitet werden, in dem die musikalischen Austauschprozesse im transatlantischen Dreieck zwischen Afrika, Europa und Südamerika aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen werden. Dabei sollen jeweils auch die historischen Spezifika und diskursiven Kontexte der musikalischen und tänzerischen Produktionen aus soziologischer und musikwissenschaftlicher Perspektive erläutert und diskutiert werden.

Do., 15:15 Uhr, Hörsaal 302

Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften

S. Das

Philosophische und religiöse Texte (S)

Do, 13;15 Uhr, Schillerstr. 6, S 104

 

Institut für Kunstgeschichte

F. Zöllner

Holy Shit! Aby Warburg und der Primitivismus (S)

Der Hamburger Kunsthistoriker Aby Warburg (1866-1929) hat 1895/96 eine Reise in die USA unternommen und dort auch die Bundesstaaten Colorado, Arizona und New Mexiko aufgesucht, um die Gebräuche der Hopi-Indianer zu studieren. Von seiner Reise brachte Warburg neben etlichen Fotographien und Objekten eine Reihe von Einsichten zu den Kultpraktiken der indigenen Bevölkerung und zur allgemeinen Symbolbildung mit nach Hamburg zurück, die 1923 in einen inzwischen berühmten Vortrag mündeten: „Die Logik in der Magie des primitiven Menschen“. Der Vortrag wurde 1938/39 in englischer Sprache im „Journal of the Warburg Institute unter dem Titel „A Lecture on Serpent Ritual“ und 1988 in einer deutschen Übersetzung unter dem Titel „Schlangenritual“ veröffentlicht und zählt heute zu den häufig rezipierten Schlüsseltexten der Kulturwissenschaften. Im Seminar geht es zunächst um eine kritische Lektüre dieses und anderer Texte Warburgs sowie um seinen Kultur- und Symbolbegriff. Daneben stehen im Zentrum der Lehrveranstaltung Fragen nach der Relevanz des Religiösen und Magischen sowohl zu Warburgs Zeiten als auch im aktuellen akademischen Diskurs. Warburg sah in den religiösen Ritualen der „primitiven“ Völker sowie in ihrer Bildung symbolhafter Zeichen eine Matrix für ein allgemeines, die Epochen und Regionen übergreifendes Verständnis von Kultur- und von Symbolbildung. Er knüpfte dabei an ein Verständnis „primitiver“ Kulturen an, das aus heutiger Sicht als problematisch gilt, ob zu Recht oder zu Unrecht, wird zu klären sein. Im Seminar geht es auch um den Widerspruch zwischen der heutigen Bewertung von Warburgs Text sowie um die ideologischen Grundlagen sowohl seines Ansatzes als auch der heute herrschenden Ansichten zu Primitivismus und Exotismus.

Di., 11:15 Uhr, SR 14

 

Legende:

V: Vorlesung

S: Seminar

KQ: Kolloquium

Ü: Übung

PS: Proseminar

HS: Hauptseminar

OS: Oberseminar

BS: Blockseminar

letzte Änderung: 09.01.2019

Kontaktinformation

Centre for the Study of Religion
Schillerstraße 6
04109 Leipzig

Sprecher:
Prof. Dr. Christoph Kleine

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Koordination und Information
Dr. Bernadett Bigalke

E-Mail