Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2019

Religionswissenschaftliches Institut

Das umfangreiche Lehrangebot des Religionswissenschaftlichen Instituts finden Sie hier.

 

Theologische Fakultät

Das umfangreiche Lehrangebot der Theologischen Fakultät finden Sie hier.

 

Institut für Kulturwissenschaften

L. Dreier

Wissenschaft und Religion. Von der Theologie im Hause der Wissenschaft zum modernen Konfliktnarrativ (S)

In dem Seminar geht es um das Studium und die Diskussion des (historischen) Verhältnisses von Wissenschaft und Religion. Lässt sich anhand des Fachs Theologie die Anteile der Kirche an der Entstehung der Universität noch deutlich ablesen, so werden doch Religion und Wissenschaft in Anschluss an Modernisierungstheorien deutlich voneinander abgegrenzt. So gehen klassische Modernisierungstheorien davon aus, dass zwischen den Sphären Wissenschaft und Religion eine Ausdifferenzierung im Zuge der Modernisierung stattgefunden hat (siehe etwa Luhmann, Stichweh, Mayntz). Um die These der Ausdifferenzierung zu verstehen, wird es im ersten Teil des Seminars um eine historische Betrachtung der Herausbildung von Universität in Abgrenzung von Kirche und die Bezugnahmen zwischen Wissenschaft und Religion gehen. Der zweite Teil dient der Diskussion soziologischer und zeithistorischer Arbeiten zu Religiosität in der Wissenschaft, Szientismus und dem Thema Weltanschauung in der Wissenschaftssoziologie. Das Seminar soll die Studierenden dazu befähigen aktuelle Konfliktlinien zwischen Glauben und Wissenschaft auf Grundlage der Auseinandersetzung mit der historischen und soziologischen Literatur zu diskutieren.

Die, 13.15 Uhr, SG S4-03

 

U. Karstein

Religion als Kultur: Akteure und Konfliktfelder (S)

Religion kommt heute häufig (und für viele fast ausschließlich) als Kultur in den Blick. Ehemals religiöse Artefakte finden sich im Kontext ethnographischer oder künstlerischer Ausstellungen wieder, der Besuch örtlicher Kirchen während einer Städtereise gehört für viele zum obligatorischen Tourismusprogramm und die religiöse Musik von Bach und Händel wird zum kulturellen Erbe von Städten erklärt und in Festivals zelebriert. Diese Beispiele haben gemeinsam, dass sie für eine Weise stehen, in der über Religiöses nicht mehr (vorrangig) religiös, sondern formal-ästhetisch oder historisch kommuniziert wird. Umgekehrt haben die großen religiösen Gemeinschaften wie die evangelische Kirche eigene Kulturbeauftragte ernannt, vergeben Kunst- und Kulturpreise und betreiben etliche Museen, wie im Falle der katholischen Kirche. Religiöse Institutionen suchen also auch ihrerseits Anschluss an kulturelle Entwicklungen, um ihre „Kulturfähigkeit“ zu fördern. Das Seminar spürt diesem Verhältnis von Religion und Kultur in kulturgeschichtlicher, - soziologischer und kulturpolitischer Hinsicht nach. Bei Interesse kann der Besuch einer oder mehrerer einschlägiger Einrichtungen arrangiert werden.

Mi, 9.15 Uhr,  SG S3-01

 

Historisches Seminar

S. Moraw

Römische Gottheiten: Kult, Tempel, Ikonographie (V)

In der Vorlesung sollen die wichtigsten von den Römern verehrten Götter und Göttinnen vorgestellt werden. Welche Vorstellung hatte man von ihrem Wesen und welche Zuständigkeitsbereiche wies man ihnen zu? Welche Priesterschaft hatten sie und wie verlief ihr Kult? Wie weit lassen sich die Ursprünge ihres Kultes anhand archäologischer und literarischer Quellen zurückverfolgen? Welche Tempel sind erhalten? Wie setzten die bildenden Künstler die Vorstellungen ihrer Zeitgenossen über die jeweilige Gottheit in Bilder um?

Do., 15.15-16.45 Uhr, HSG HS 10

 

Ch. Schubert, H.-W. Fischer-Elfert, S. Radestock

Magie in Ägypten und Griechenland (S)

Die Abgrenzung zwischen Magie und Wissenschaft, Magie und Religion, Magie und Weisheit ist für die Antike schwierig: magische Handlungen und tradierte Rituale (z.B. Beschwörungen) kennen wir z.B. aus fast allen religiösen, politischen und medizinischen Kontexten aller antiken Kulturen. Priester, Zauberer, Philosophen und Weise werden als Magier bezeichnet, verehrt und abgelehnt, mit Scharlatanen und Betrügern gleichgesetzt, und doch waren magische Praktiken immer auch Teil sowohl des offiziellen wie auch des privaten Lebens. Dieser Ambivalenz will das Seminar in einem interdisziplinären, fachübergreifenden Diskurs anhand folgender Themenbereiche nachgehen: Magie und Weisheit, Magie und Mythos, Magie und Medizin, Magie und Religion.

Mi., 15.15 Uhr, GWZ H3 2.15

 

A.   Sembdner

Reformen vor der Reformation – Spätmittelalterliche Observanz und Reformbewegungen am Beispiel mitteldeutscher Klöster (S)

Als Martin Luther 1505 in das Kloster der Erfurter Augustiner-Eremiten eintrat, wählte er nicht nur den strengsten aller Bettelorden, sondern mit dem Erfurter Konvent auch noch Vertreter der Observanz. Dies dürfte kein Zufall gewesen sein, entsprach doch gerade das asketische, radikal den Ordensregeln- und idealen folgende Leben als Mönch dem Frömmigkeits- und Heilsverlangen des jungen Luther. Die Observanz bezeichnet verschiedene, besonders (aber nicht nur) die Bettelorden erfassende Reformbestrebungen des späten Mittelalters, die eine strenge Rückkehr zu Armut, Askese und den ursprünglichen Ordensidealen propagierte. Sie war eine Reaktion auf die als „Verfall“ oder „Krise“ wahrgenommenen Anpassungen der monastischen Institutionen an die Welt der Laien, die zum Überleben der jeweiligen Klöster notwendig geworden waren. Im Kern ging es um die Frage, welche Form der Lebensführung die grundsätzliche Funktion der Klöster (als Heilsproduzenten) gewährleisten konnte. Mit den Reformen ging die Schaffung neuer Organisationsstrukturen einher, die alte Gewohnheiten und Hierarchien erschütterten und intensiv in die Lebensweise der Mönche und Nonnen eingriffen, was nicht selten zu Konflikt und Widerstand führte. Zugleich traten mit Päpsten, Kirchenfürsten und Landesherren zusätzliche Akteure auf den Plan, die ihre eigenen Pläne mit den Klosterreformen verbanden. Das thematisch strukturierte Seminar baut darauf, dass die Teilnehmer die jeweiligen Sitzungstexte vorbereiten und aufgrund selbstständig entwickelter Fragen und Thesen aktiv diskutieren. Anhand gedruckter und z. T. ungedruckter Überlieferung werden darüber hinaus die angesprochenen Themenfelder erarbeitet und so der praxisorientierte wie quellenkritische Umgang mit historischem Material geübt. Deshalb ist zumindest die Bereitschaft notwendig, sich auf Latein als dominanter Schriftsprache der Zeit einlassen zu wollen.

Di, 15.15 Uhr, GWZ H4 2.16

 

E. Bünz

Sachsen im Zeitalter der Reformation (1485 – 1550) (V)

Die Reformation ist zur welthistorischen Stunde Sachsens geworden. Infolge der Teilung Sachsens 1485 in ein Kurfürstentum und ein Herzogtum Sachsen sind die beiden wettinischen Territorien unter Kurfürst Friedrich dem Weisen und Herzog Georg dem Bärtigen allerdings getrennte Wege gegangen. Beide Territorien gehörten zu den bedeutendsten Fürstentümern im Heiligen Römischen Reich. Die Vorlesung wird – ausgehend von den spätmittelalterlichen Grundlagen – die reichs- und territorialpolitischen Weichenstellungen, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen, die kirchlichen und kulturellen Verhältnisse einer Zeit des Umbruchs näher betrachten. Dabei wird es nicht vorrangig um territorialgeschichtliche Spezialprobleme gehen, sondern um die Betrachtung grundlegender Strukturverhältnisse, die für den Übergang vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit wichtig sind.

 

Orientalisches Institut

P. Bockholt, J. Heilen, N. Noack

Gesellschaft und Religion in der arabischen und islamischen Welt (S)

In Fortsetzung des Basismoduls werden bereits im WiSe angesprochene Fragen und Themenkomplexe wie Koran, Hadith und islamische Geschichte weiter vertieft. Zusätzlich werden neue Perspektiven hinsichtlich der Literatur und Kulturgeschichte der islamischen Welt u.a. anhand des materiellen Befunds behandelt. In der dazugehörigen Übung werden grundlegende Arbeitsmittel des Faches vorgestellt und der Umgang mit diesen eingeübt. Neben Seminar und Übung wird ein Tutorium angeboten, in dem sich die TeilnehmerInnen intensiv mit wissenschaftlichem Schreiben auseinandersetzen.

Mi, 13:15 Uhr, Schillerstraße M 204

 

H.-G. Ebert

Islamisches Recht

Das Seminar bezieht sich auf die in der Vorlesung behandelten Themen (vgl. Literaturliste und Themenplan zur Vorlesung). Die Studierenden (Schwerpunktmodul) haben in jeweils kurzen Vorträgen mit einem entsprechenden Thesenpapier sowie in einer schriftlichen Ausarbeitung einen der aufgeführten Punkte zu bearbeiten. Die Veranstaltungen haben auf der Grundlage des Allgemeinen Teils des Islamischen Rechts (usûl al-fiqh) den Besonderen Teil (furû' al-fiqh), d.h. die Rechtszweige, schwerpunktmäßig zum Inhalt. Dazu gehören auch einige in der Vorlesung im Wintersemester nicht erfasste Themen. Die islamisch-rechtlichen Quellen, Methoden und Bestimmungen werden vergleichend analysiert. Rechtstheoretische und - praktische Aspekte sowie historische Zusammenhänge sollen die innere Logik und die Spezifika des Islamischen Rechts beleuchten und durchschaubar machen

Mi, 11.00 Uhr,  Schullerstraßel S 202

 

S. Brinkmann

adī-Welten: Inhalte, Überlieferung und Deutungen (S)

Ḥadīṯe sind nicht nur rechtsrelevant, sie können als Richtschnur ethischen Handelns dienen, umfassen Theologisches, Historisches, bis hin zur Alltagskultur. Das Seminar behandelt die verschiedenen Typen von Ḥadīṯsammlungen, ihre Überlieferung sowie die Ḥadīṯwissenschaften, und verortet diese im historischen und sozio-kulturellen Kontext. Eine wichtige Quelle im Seminar bilden die Manuskripte, die uns heute Aufschluss darüber geben können, wie Ḥadīṯ schriftlich, aber auch mündlich überliefert, gelehrt und studiert wurde. Ein Besuch in der Handschriftenabteilung der UB Leipzig ist Teil des Seminars. Organisatorisches Neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme sind Kurzreferate und Hausarbeit Teil der Prüfungsleistung.

Di, 11.00 Uhr, Schillerstraße S 202

 

H.-G. Ebert

Das Personalstatut (Familien-, Personen- und Erbrecht) arabischer Länder: Islamisches Wirtschafts- und Zivilrecht (V)

Das Seminar beschäftigt sich mit den Normen und Methoden des Allgemeinen Personenrechts, Eherechts, Scheidungsrechts, Kindschaftsrechts und Unterhaltsrechts sowie des Erbrechts gemäß islamischer Auffassung. Dabei werden sowohl Unterschiede als auch Übereinstimmungen zwischen den sunnitischen Rechtsschulen und der 12er Schia herausgearbeitet und die religiöse Rechtsspaltung berücksichtigt. Der Kodifikationsprozess seit dem 19. Jh. beförderte und befördert eine eklektische Nutzung von islamischen Regelungen. Dabei ist zu untersuchen, wie sich die „Verstaatlichung“ des Islamischen Rechts auf das Gebiet des Personalstatuts auswirkt. Ausreichende Kenntnisse der arabischen Sprache werden vorausgesetzt.

Mo, 11.00 Uhr, Schillerstraße M 204

 

Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften

R. Das

Sanskrit IV: Philosophische und religiöse Texte (S)

Mi, 15:00 Uhr, Fr, 15:00 Uhr, Schillerstraße S-302

 

E. Franco

Quellen – Buddhistische Texte aus Südasien und Tibet (S)

Mo, 13:30 Uhr, Do, 15:00. Schillerstraße, S-107

 

E. Franco

Methoden – Buddhismus in Südasien und Tibet (S)

Di, 14:00 Uhr, Mi, 17:00 Uhr, Schillerstraße S-107          

 

Sinologie

P. Clart

New Religious Movements in Modern China, (1850-2019) (S)

The module provides an introduction to and overview of the new religious movements of China since 1850. We will focus in particular on the socio-political and cultural conditions of the emergence of such movements in important phases of the history of modern China. The focus here will be on the Taiping Tianguo 太平天國 movement (late Qing period), Yiguandao 一貫道 (Republican period to present), and Falungong 法輪功 (1990s to present). In addition to the historical perspective, we will also focus on systematic and dynamic aspects of the development of new religious doctrines and practices under conditions of rapid social and cultural change, including and in particular globalization.

 

Do, 15.15, Schillerstraße, S 302, Do, 17.15, Schillerstraße S 302

 

Germansitik

H. Suwelack

Antijudaismus in der Literatur des späten Mittelalters (S)

Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur Der Mauritius von Craûn (1784 V.) ist unikal im ‚Ambraser Heldenbuch‘ (1504-1517) überliefert. Berichtet wird von einem Minneritter, der sich völlig dem Dienst für die Gräfin von Beamunt verschreibt, seinen lôn aber – wortwörtlich – verschläft und sich daher gewaltsam nimmt. Die anonyme Verserzählung wird gelesen, übersetzt und interpretiert, wobei auch verschiedene Editionen einbezogen werden. Im Seminar werden nach einer Einführung in Grundlagen und Begrifflichkeiten des Antisemitismus/Antijudaismus im Mittelalter die Texte ‚Christ und Jude‘ (Hans Folz) sowie Hans Rosenplüts ‚Disputation‘ gelesen, übersetzt und analysiert. Untersucht werden Inhalte und theol. Grundbegriffe des Disputs zwischen Juden und Christen, ihre Darstellungsformen und die (glaubens-)politischen Implikationen.

Di 17.15 Uhr, SR 228

 

Legende:

V: Vorlesung

S: Seminar

KQ: Kolloquium

Ü: Übung

PS: Proseminar

HS: Hauptseminar

OS: Oberseminar

BS: Blockseminar

letzte Änderung: 13.05.2019

Kontaktinformation

Centre for the Study of Religion
Schillerstraße 6
04109 Leipzig

Sprecher:
Prof. Dr. Christoph Kleine

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Koordination und Information
Dr. Bernadett Bigalke

E-Mail