Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2018

Religionswissenschaftliches Institut

Das umfangreiche Lehrangebot des Religionswissenschaftlichen Instituts finden Sie hier.

 

Theologische Fakultät

Das umfangreiche Lehrangebot der Theologischen Fakultät finden Sie hier.

 

Kulturwissenschaft

S. Steets

Evangelikale in Leipzig und Unitarier in Dallas (S)

Das Seminar knüpft an ein laufendes Forschungsprojekt zur Struktur kognitiver Minderheiten in Deutschland und den USA an. Am Beispiel einer evangelikalen Gemeinde in Leipzig und einer unitarischen Gruppierung in Dallas wird im Projekt gefragt, wie Menschen ein Weltbild aufrecht erhalten, das sich von dem der Mehrheitsgesellschaft signifikant unterscheidet. Im Seminar werden wir uns zunächst – überblicksartig und unter Berücksichtigung sozialstruktureller Merkmale – mit den religiösen Landschaften in Deutschland und den USA beschäftigen. Im zweiten Schritt geht es um eine konzeptionelle Bestimmung der Relation zwischen Mehrheitsgesellschaft und kognitiver Minderheit, um schließlich drittens anhand von empirischen Daten aus dem Projekt kognitive und soziale Strategien zu rekonstruieren, mit deren Hilfe Menschen ihr Weltbild aufbauen und aufrechterhalten. Da ein Teil der Literatur auf Englisch vorliegt, werden gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Mo., 15:15 Uhr, SG S 1-23

 

Historisches Seminar

F. Quaasdorf

Zauberei und Magie in der Frühen Neuzeit (S)

Die Faszination des Übernatürlichen zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Der Eintritt in die Frühe Neuzeit tat der Beschäftigung mit Zauberei und Magie keinen Abbruch, im Gegenteil: Im Schatten der konfessionellen Teilung Europas durch die Reformation blühten Aberglaube und der Umgang mit Zaubersprüchen. Aufgeschriebene und vervielfältigte Beschwörungen und magische Anweisungen erfreuten sich in der Bevölkerung einer nicht zu unterschätzenden Beliebtheit – trotz der Verfolgung durch die weltliche und geistliche Obrigkeit. Handelte es sich bei manchen Sprüchen um Schadenszauber, versprachen andere dem Anwender die Unsichtbarkeit, die Fähigkeit des Fliegens oder die Kommunikation mit Geistern. Im Zentrum des Seminars werden jene deutschsprachigen Handschriften stehen, in denen solche magischen Sprüche und Anleitungen festgehalten sind. Dabei soll der zeitgenössische Rahmen von Aberglaube und Hexenverfolgung thematisiert werden. Die Teilnehmer des Seminars werden das Lesen der Handschrift des 17. und 18. Jahrhunderts erlernen und ihre paläographischen Kenntnisse im Umgang mit den Quellen vertiefen.

Mo., 13.15 Uhr, GWZ 4216

R. Mitewa-Michalkowa

Religiöse Erinnerungsfiguren im östlichen Europa – nationale Narrative, transnationale Verehrung und europäische Identitätsdiskurse (S)

In der Geschichte des östlichen Europas wurden Bezugsfiguren, Helden und Heilige aus dem Mittelalter konstituierende Elemente für die moderne Historiographie. Zahlreiche nationale Narrative seit dem 19. Jahrhundert nahmen Bezug auf religiöse Kultfiguren, Bildungsträger und Aufklärer ganz im Sinne der Imagination einer einheitlichen Kulturnation. Einige nationale Interpretationen gewannen im späten 20. Jahrhundert transnationale Dimensionen, wie die symbolische Verortung der Slawenapostel Kyrill und Method zeigt. Die Referenz mittelalterlicher Geschichte in den Geschichtsbildern und in der gegenwärtigen Geschichts- und Kulturpolitik in osteuropäischen Identitätsdiskursen und Legitimierungsstrategien ist aktueller denn je. Im Seminar werden die Funktion ausgewählter ost- und südosteuropäischer Erinnerungsfiguren aus der multikonfessionellen Landschaft des östlichen Europa sowie die nationsübergreifende Konstante religiöser Erinnerung thematisiert werden.

Mo, 13.15 Uhr, GWZ 5.216

 

J. van Laak

Jüdisches Leben in der DDR (S)

Das Seminar fragt danach, wie und in welcher Form sich jüdisches Leben in der SBZ/DDR organisierte? Dabei gilt es zum einen, jüdische Institutionen wie die Jüdischen Gemeinden in den Blick zu nehmen, zum anderen aber auch darum, exemplarische Lebensgeschichten nachzuverfolgen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den RemigrantInnen liegen, die aus ganz unterschiedlichen Exilstationen nach Deutschland zurückkehrten und sich in der SBZ/DDR niederließen. Man denke an Karola Bloch, an Lea Grundig, an Anna Seghers, Helene Weigel, an Lilly Becher oder an Sibylle Boden-Gerstner.

Mo, 11.15 Uhr, Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28

 

A.Koller

Luther und Rom. Die Reformation und das Papsttum (1. Hälfte 16. Jh.) (BS)

Vor 500 Jahren wurde ein konfessioneller Prozess in Gang gesetzt, der zu einschneidenden, bis heute nachwirkenden gesellschaftlichen Umbrüchen im deutschen Raum und in ganz Europa führte. Das Seminar widmet sich der Frühphase der Reformation im Reich aus dem Blickwinkel der römischen Kurie bis hin zum Augsburger Religionsfrieden (1555). Dabei sollen die Möglichkeiten und Spielräume des Papsttums in der Auseinandersetzung mit dem beginnenden Protestantismus an der römischen Zentrale selbst, aber auch in den deutschen Territorien bestimmt werden. In diesem Zusammenhang sollen besonders die ins Reich (Kaiserhof, Reichstage) entsandten päpstlichen Vertreter (Legaten, Nuntien) als entscheidende Akteure des konfessionellen Konflikts in den Blick genommen werden. Darüber hinaus soll auch der innerkirchliche Reformprozess der römischen Kirche angesprochen werden.

Do, 19.4., 9-13 Uhr, Do, 24.5. Fr, 25.5., GWZ 3215; Do, 14.6. Fr, 15.6., 9-15 Uhr, GWZ 3215

 

Arabistik

M. Hakenberg

Gesellschaft und Religion in der arabischen und der islamischen Welt (S)

In Fortsetzung des Basismoduls werden bereits angesprochene Fragen und Themenkomplexe zu Koran, Hadith und Islamischem Recht weiter vertieft. Weiterhin werden neue Perspektiven aus Literatur- und Kulturgeschichte sowie im Hinblick auf Fachgeschichte und Positionierung des Fachbereichs im Kontext postkolonialer Kritik eingeführt. In der dazugehörigen Übung werden wichtige Fähigkeiten der Islamwissenschaft und Arabistik vermittelt und im Eigenstudium auf die inhaltlichen Themensetzungen des Seminars angewendet.

Mi, 13.15 Uhr, NSG, Raum S102

 

M. Hakenberg, U. Noack, J.Heilen, W. Kresti

Einführung in den Islam (V)

Die fachübergreifende Vorlesung, in der u.a. Studierende des Lehramtsfachs Philosophie/Ethik, der Religionswissenschaft sowie Studierende des offenen Wahlbereichs partizipieren, vermittelt die Grundlagen der islamischen Religion und Glaubenspraxis. Sie führt zunächst zurück in die Lebenszeit des Propheten Muhammad und verfolgt die frühe Geschichte der inneren Ausdifferenzierung, Institutionalisierung und Ausbreitung des Islam. Dabei wird ein kurzer Einblick in grundlegende Texte der islamischen Religion und die Entstehung des islamischen Rechts geboten. Die Vorlesung stellt vielfältige historische und gegenwärtige Erscheinungsformen islamischer Gemeinschaften in Asien und Europa vor. Wichtige politische und religiöse Strömungen innerhalb der arabisch-islamischen Welt, wie die islamische Mystik, der Islamismus und Reformislam werden in ihren historischen und ideengeschichtlichen Zusammenhängen thematisiert. Schließlich wird auf aktuelle Debatten wie Burqa-Verbot, Moscheebau-Konflikte oder Islamophobie eingegangen.

Fr, 09.15 Uhr, NSG,  HS9

 

H.-G. Ebert

Islamisches Recht (S)

Das Seminar bezieht sich auf die in der Vorlesung behandelten Themen (vgl. Literaturliste und Themenplan zur Vorlesung). Die Studierenden (Schwerpunktmodul) haben in jeweils kurzen Vorträgen mit einem entsprechenden Thesenpapier sowie in einer schriftlichen Ausarbeitung einen der aufgeführten Punkte zu bearbeiten. Die Veranstaltungen haben auf der Grundlage des Allgemeinen Teils des Islamischen Rechts (usûl al-fiqh) den Besonderen Teil (furû' al-fiqh), d.h. die Rechtszweige, schwerpunktmäßig zum Inhalt. Dazu gehören auch einige in der Vorlesung im Wintersemester nicht erfasste Themen. Die islamisch-rechtlichen Quellen, Methoden und Bestimmungen werden vergleichend analysiert. Rechtstheoretische und -praktische Aspekte sowie historische Zusammenhänge sollen die innere Logik und die Spezifika des Islamischen Rechts beleuchten und durchschaubar machen.

Mi 11.00 Uhr, Hörsaal S 202, Schillerstraße 6

 

M. Hakenberg, L. Stenske

MuslimInnen in Deutschland (S)

In dem Seminar werden historische Hintergründe und aktuelle Debatten aufgearbeitet und theoretische Zugänge erschlossen.

Do, 15.15 Uhr,  Seminarraum M 204, Schillerstraße 6

 

H.-G. Ebert

Islamisches Wirtschafts- und Zivilrecht (S)

Mo, 11.00 Uhr, Seminarraum M 204, Schillerstraße 6

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich zunächst mit den in Koran und sunna vorgegebenen Normen in Bezug auf die Gestaltung von schuld- und sachenrechtlichen Verhältnissen. Zinsverbot und die Vermeidung aleatorischer Verträge werden in besonderer Weise analysiert. Dabei findet das im Islamischen Recht entwickelte Instrumentarium zur Anpassung und Fortentwicklung von Rechtsinstituten Berücksichtigung. Anhand von Texten aus der "klassischen" islamischen Rechtsliteratur wird die Breite der Auffassungen untersucht. Der verstärkte wirtschaftliche Kontakt der islamischen Welt zum Westen seit dem 19. Jh. hat das Zivil- und Wirtschaftsrecht in starkem Maße beeinflusst und den Kodifikationsprozess befördert. Seit einiger Zeit sind Bemühungen erkennbar, islamische Prinzipien im Zivil-, Handels- und Wirtschaftsrecht zu reaktivieren. Islamische Finanzinstitutionen und Bankprodukte („Islamic Banking“) spielen auch außerhalb der islamischen Welt eine zunehmende Rolle.

 

Ethnologie

R. Turaeva-Hoehne

Aktuelle Themen der Ethnologie Anthropology of Islam (S)

Anthropology of Islam as a subfield of Anthropology of Religion aims to introduce students to the anthropological literature on and approaches of studying Islam and Muslims in both Muslim and nonMuslim societies. The seminar will cover classical literature starting from sociology of religion to more recent anthropology of Islam. The seminar examines the ways culture and society have been influenced by Islam in different parts of the world. The aim of the seminar is to critically discuss and move beyond simplistic popular discourses about Islam in order to appreciate the lived complexities of Islam in Muslim and also not predominantly Muslim societies. After some general, theoretical readings, the seminar will cover a vast ethnographic ground from the Arab Peninsula and North Africa to Central Asia and Russia, and it will discuss topics from gender to politics to moral economy and trust regarding Islam in different settings.

Do, 13 Uhr, S 102, Schillerstraße 6

 

Soziologie

M. Burchardt

Modalities of Belonging: Nation Ethnicities and Religion (S)

Questions of belonging and membership are central to social life and therefore to sociological research and theories. In this seminar, we explore the conditions, forms and consequences of belonging to large cultural groups such as nations, ethnic groups and religions. How do such groups define criteria of belonging? Who is allowed to belong and who is excluded? What are the practices through belonging is enacted? Through which discourses do things such as nations and ethnic groups come to life? What are the consequences of membership and exclusion? And how have forms of belonging changed over time? In this course, we examine these questions with regard to the ways in which belonging has become contested through processes of globalization, de- and re-nationalization, worldwide migration and religious change. To that end, we read major studies in the sociology of belonging.

Do, 13.15 Uhr, NSG S 322

Legende:

V: Vorlesung

S: Seminar

KQ: Kolloquium

Ü: Übung

PS: Proseminar

HS: Hauptseminar

OS: Oberseminar

BS: Blockseminar

letzte Änderung: 25.04.2018

Kontaktinformation

Centre for the Study of Religion
Schillerstraße 6
04109 Leipzig

Sprecher:
Prof. Dr. Christoph Kleine

E-Mail

Koordination und Information
Dr. Bernadett Bigalke

E-Mail