Sommersemester 2015

Sommersemester 2015


Religionswissenschaftliches Institut

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Theologische Fakultät

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Ägyptologisches Institut

H.W.-Fischer-Elfert / K. Stegbauer

Beziehungen zwischen Ägypten und Israel in Spätbronze- und Eisenzeit (S)

Blockseminar in Zingst vom 02.-05.7.14

Geographisch umfasst das Seminar im Wesentlichen den unterägyptischen, sinaitischen und kanaanäisch-palästinischen Raum. Chronologisch werden wir uns zwischen der Spätbronzezeit ≈ 18. Dyn. bis in die römische Kaiserzeit bewegen. Beispiele der materiellen wie auch geistes- und religionsgeschichtlichen Kultur in diesen Regionen werden beleuchtet, angefangen mit den ersten Erwähnungen des Gottes Jahu/Jahwe und des Ethnikons „Isra‘el“ in ägyptischen Inschriften und auf ägyptischem bzw. nubischem Boden. Des Weiteren werden u.a. die jüdische Kolonie samt Tempel, Wohnviertel und Dokumenten auf Elephantine und in Assuan-Stadt sowie die Präsenz jüdischer Bevölkerung im späteren Alexandrien thematisiert. Kanaanäisch-palästinische Ortsnamen und ihre Wiedergabe in ägyptischer Syllabographie und die u.a. dahinter stehende ägyptische Präsenz und Verwaltung von Teilen des späteren Israel werden erörtert wie auch literarische Einflüsse Ägyptens auf das Alten Testament und seine dortige Rezeption.




Historisches Seminar

K. Gurt

„Wieviel Kirche darf es denn sein?“– Die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig 1968 (S)

Fr, 9:15 Uhr, SG SR 426

Die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig am 30.05. 1968 war das Ergebnis der gezielten, langfristig geplanten Staatspolitik in der DDR. Das besondere Schicksal dieses Ereignisses liegt u.a. in der engen Verbindung zwischen der Universität und der Kirche.
Zugleich wurde die Basis für Streitigkeiten zwischen beiden Institutionen gelegt, die bis heute
anhalten. Ausgehend von dem Zitat „Wieviel Kirche darf es denn sein?“ der Brüder Koch wird das Seminar sich auf die Einbettung der staats- und stadtpolitischen Ereignisse während der Nachkriegszeit bis in die siebziger Jahre konzentrieren und die dazugehörige Vorlesung vertiefen. Zugleich erfolgt
eine Überprüfung der vermittelten historischen Phänomene durch selbst geführte Zeitzeugeninterviews der Studierenden, für die im Vorfeld eine übersichtliche Schulung erfolgt. In
einem zweiten Teil soll auf der Grundlage der „Mail Art“, einer Art subversiver Postkunst zwischen Künstlern und Amateuren der 70-er und 80er Jahre u.a. auch in der DDR, ein Mail-Art-Projekt zur Sprengung der Paulinerkirche ausgerufen werden. Diese wird in einer kleinen Ausstellung münden.
Das Seminar richtet sich an Studierende, die besonderen Wert auf die Verbindung von theoretisch vermittelter und erlebbar gemachter Geschichte bzw. Kunst legen.



J. Deventer

Jüdische Studien heute. Aktuelle Forschungsthemen und methodische Herausforderungen (KO)

Do 17:15 Uhr, Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28.

Als originär transdisziplinäres Fach sind die jüdischen Studien durch eine zunehmende Ausdifferenzierung im Hinblick auf thematische und methodische Zugänge gekennzeichnet. Das Forschungskolloquium im Sommersemester 2015 stellt aktuelle Forschungsfelder und Ansätze in den Geschichts-, Literatur-
und Kulturwissenschaften zur Erforschung der jüdischen Geschichte und Kultur in der Moderne vor. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei solchen Vorhaben, die Perspektiven aufzeigen
im Hinblick auf die Integration der jüdischen Geschichte in allgemeine kultur- und gesellschaftshistorische Zusammenhänge.
Das Rahmenthema im laufenden Semester lautet „Deutsch-IsraelischeWissenschaftsgeschichte“.



Institut für Afrikanistik

A. Jones

Religionen in Afrika (V)

Mo, 15:15 Uhr, Seminargebäude, Raum 426.

Die Lehrveranstaltung behandelt sowohl die Lokalreligionen Afrikas als auch die Rolle des Islam sowie des Christentums. Mentalitätshistorische Themen
wie Heilung, Hexerei, Wahrsagung und Opfer werden ebenfalls berücksichtigt.



Institut für Kunstgeschichte

M. Lingohr

Gotik in Frankreich: Funktionsraum Kathedrale (S)

Fr, 11:00 Uhr, WMH 5/14.

Der mittelalterliche Sakralbau war ein komplexes Gebilde, das eine Fülle von Funktionen in
sich vereint und verschiedenen Personengruppen ihren jeweils spezifisch ausgestatteten Ort
für unterschiedliche Handlungen, Rituale und Zeremonien bereitgestellt hat. Heutzutage ist
diese Vielfalt und differenzierte Nutzung der Kirchenbauten visuell kaum noch
nachzuvollziehen, da diese durch spätere Umbauten, Zerstörungen und Profanierungen den
jeweiligen Zeitumständen angepaßt wurden. Die modernen Kriterien und Wertigkeiten, nach
denen wir Architektur und Kunstgegenstände betrachten, sind weit davon entfernt, der
mittelalterlichen Vorstellungswelt gerecht zu werden. Die Maßstäbe werden deutlich, wenn
wir die Aufwendungen von 40.000 Pfund für Bau und Ausstattung der Pariser Sainte
Chapelle den mehr als doppelt so hohen Kosten für die Herstellung des Schreins für die
daselbst aufbewahrte Dornenkrone gegenüberstellen, die zu erwerben mehr kostete als
Sainte Chapelle und Schrein zusammengenommen.
Zu den herausragenden Leistungen der abendländischen Architektur gehören die
gotischen Kathedralen Frankreichs. Anhand ausgewählter Beispiele wird im Seminar
einerseits die Zielstellung verfolgt, diese Bauten in ihrer architektonischen Komplexität mit
jeweils unterschiedlicher Auftragslage, Baugeschichte, Technik, Umgebung etc. in die
architekturgeschichtliche Entwicklung einzuordnen. Andererseits sollen die Kathedralen in
ihrer inhaltlichen Komplexität als Funktionsräume erfaßt werden, die sich erst im
Zusammenwirken mit ihrer bildkünstlerischen Ausstattung, v. a. in den Medien Glasmalerei
und Skulptur, und der Liturgie vollgültig konkretisieren.


Institut für Musikwissenschaft

H. Walsdorf

Für Gott und die Welt: Die Musik- und Theaterpraxis der Jesuiten (16.–18. Jahrhundert) (S)

Do, 13:15 Uhr, TW-HS.

„Jesuita non cantat“, heißt es in der Ordensregel der Jesuiten. Gesang,
bald gleichgesetzt mit Musik insgesamt, war den Mitgliedern ebenso
strikt verboten wie das Unterrichten von Musik. Auch das Theaterspiel
kam allenfalls dann und nur für die Schüler der jesuitischen Bildungsein-
richtungen in Frage, wenn es hohen moralischen Anforderungen genügte.
Dass sich dennoch ein reicher Quellenfundus jesuitischer Musik- und
Theaterpraxis erhalten hat, ist einem simplen Kunstgriff zu verdanken:
Man beschäftigte externe Lehrkräfte und Kirchenmusiker, Choreogr-
aphen und Komponisten, wählte didaktisch wertvolle Sujets und ‚vergaß‘
die Erwähnung der überaus erfolgreichen, nicht selten verschwenderisch
ausgestatteten öffentlichen Aufführungen im Jahresbericht an die Or-
denszentrale in Rom – besonders dann, wenn auch Tanz ein Teil des
Bühnengeschehens war. Anhand ausgewählter Beispiele werden in diesem
Seminar die Grundla-gen jesuitischer Musik- und Theaterpraxis in Europa
und Lateinamerika erarbeitet. Dabei sollen jeweils auch die historischen
Spezifika und dis-kursiven (missionstheologischen) Kontexte der Produktionen
aus soziologischer, musik- und theaterwissenschaftlicher Perspektive erläutert
und diskutiert werden.


Institut für Philosophie

T. Wendt

Glaube und Wissen – das 19. Jahrhundert (2) (S)

Mi, 9:15 Uhr, SG 328.

Die Transzendentalphilosophie I. Kants ist in ihrer erkenntnistheoretischen
Gestalt zunächst mit der Absicht entwickelt worden, das Wissen vom Glauben
zu scheiden. Oft wurde und wird immer noch derKant selbst geläufige Umstand verkannt, dass dieses
Problem und seine systematische Lösung nur ein –wenn auch wichtiger - Baustein im Gesamtgebäude der
Philosophie ist, die nach den Bedingungen der Möglichkeit des Menschseins überhaupt fragt.
Die Teilnehmer an diesem Seminar werden deshalb mit wichtigen philosophiegeschichtlichen, theoretischen
Standpunkten zum Verhältnis von Wissen und Glauben konfrontiert, um dann deren systematischen
Konsequenzen für die Beantwortung der Frage, was der Mensch ist, zu prüfen. Dabei interessieren in diesem
Wintersemester ausgewählte Philosopheme des 19. Jahrhunderts (Junghegelianer, Feuerbach, Marx, Vertreter des Materialismus,
Nietzsche u.a.) Der Lehrende wird die systematische These vertreten, dass nur der glaubende Mensch ein freier Mensch
sein kann, er wird auch zu zeigen versuchen, dass die nachklassische Philosophie hinter erreichte
theoretische Positionen der klassischen Epoche zurückfällt. Die Bereitschaft zur Übernahme von Seminarvorträgen wird erwartet.


 

Juristenfakultät

J. Rozek

Staatskirchen- und Religionsverfassungsrecht (V)

Do, 09:00 Uhr, Burgstr. 21, Raum 4.33.

Das für die Ordnung des Verhältnisses zwischen Staat und Religionsge-meinschaften maßgebliche Recht in seinen Grundzügen (verfassungs- und ver-
tragsrechtliche Grundlagen; Rechtsstellung der Kirchen und Religionsgemein-schaften; aktuelle religionsverfassungsrechtliche Einzelfragen).



C. Link/T. Schmidt

Aktuelle Rechtsfragen des Kirchen- und Staatskirchenrechts, insbesondere zum Sächsischen Staatskirchenrecht und zum
Recht der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (S)

Blockseminar am Ende des Semesters (nach Aushang auf der Homepage)






Kulturwissenschaften

M. Wohlrab-Sahr

Moderne, Religion, Säkularität – globale Perspektiven (S)

Mo, 13:15 Uhr, GWZ 5-116.

Sind moderne Gesellschaften immer auch säkulare Gesellschaften? Und was bedeutet das im
Einzelnen? Bedeutet es, dass Religion für den Einzelnen immer weniger relevant wird? Oder bedeutet
es, dass Religion „eingehegt“ und in ihrem Einflussbereich begrenzt wird?
Was ist die Rolle der Religion und der Religionsgemeinschaften in modernen Gesellschaften? Wie
sichtbar können und dürfen sie sein,und wie wird die Grenzziehung gegenüber der Religion jeweils
begründet? Und wie unterscheiden sich moderne Gesellschaften weltweit im Hinblick auf den Ort und
die Rolle, die sie der Religion einräumen? Gibt es einen Pfad der Säkularisierung, der sich welt
weit irgendwann durchsetzen wird? Oder ist dauerhaft mit einer Vielfalt von Modernen und Säkularitäten
zu rechnen? Und damit auch mit einer Vielfalt der Gegenwart von Religion.
Und welche Dynamiken, unter Umständen auch Konflikte, resultieren aus der Präsenz
„anderer“ Religionen, die im Zuge von Migration in neue Kontexte einwandern und sich dort dauerhaft
beheimaten?
Mit diesen Fragen wird sich das Seminar in einer globalen Perspektive beschäftigen. Die Teilnahme
setzt die Bereitschaft zur regelmäßigen Lektüre auch englischsprachiger Texte voraus. Kurze Impulsreferate
leiten in die Diskussion ein.





Orientalisches Institut

V. Klemm

Einführung in den Islam (V)

Di, 13:15 Uhr, Hörsaal 9.

Im Rahmen der genannten Module werden die beiden unten genannten Vorlesungen (Teil 1, Teil 2) im Gesamtumfang von 2 SWS studiert. Die Studierende stellen sich aus dem Pro-
gramm der VL „Einführung in den Islam“ selbst ein Programm im Umfang von 1 SWS zusammen. Sie ergänzen dieses mit der Vorlesung „DerVordere Orient im Spiegel geschichts-
und kulturwissenschaftlicher Konzepte“, die sich speziell an Studierende der Arabistik richtet und einen Umfang von ebenfalls 1 SWS hat. Sie findet zweiwöchig statt und ist die Fortset-
zung des Seminars „Der Nahe Osten im 19. Jh“, das im WS 2014/15 im Rahmen der Module 03-ARAA-0310 sowie 0314 angeboten wurden. Beide Veranstaltungen (das Nahda Seminar
und die genannte Vorlesung für Arabisten) werden gemäß der Prüfungsordnung des Bachelorstudiengangs Arabistik am Ende des SS 2015 mit einer gemeinsamen Klausur abge-
schlossen.



V. KLemm/M. Hakenberg

Religiöse und politische Autoritäten der Schia: Von Fatima bint Muhammad bis Aga Khan IV. (S)

Di, 11:00 Uhr, S 202 (Teil des Seminars als Blockveranstaltung)

In diesem Seminar werden Konzeptionen religiöser und politischer Autorität im schiitischen Islam nachvollzogen und erläutert. Als Beispiel dafür dienen verehrte Frauen und Männer aus
Geschichte und Gegenwart. Die Berücksichtigung der jeweiligen kulturgeschichtlichen sowie geopolitischen Hintergründe ermöglicht es, Erklärungsmodelle für Parallelen und Verände-
rungen schiitischer Führungsansprüche zu entwickeln. Dabei werden nicht nur Beispiele aus der Zwölferschia berücksichtigt, sondern auch anderer schiitischer Strömungen sowie ver-
schiedener Erneuerungsbewegungen. Das Seminar dient zugleich der Übung, klassische und moderne arabische Texte zu lesen sowie eine kleine Hausarbeit zu schreiben.



H.-G. Ebert

Islamisches Recht (S)

Mi, 11:00 Uhr, S 202.

Das Seminar bezieht sich auf die in der Vorlesung b
ehandelten Themen (vgl. Literaturliste und Themenplan zur Vorlesung). Die Studierenden haben in jeweils kurzen Vorträgen mit einem
entsprechenden Thesenpapier einen der aufgeführten Punkte zu bearbeiten. Die ersten sechs Veranstaltungen haben den Allgemeinen Teil des islamischen Rechts
(usûl al-fiqh) zum Inhalt. Daran schließt sich der Besondere Teil (furû' al-fiqh) an. Das islamische Personalstatut findet dabei eine besondere Beachtung. Die islam-rechtlich
en Quellen, Methoden und Bestimmungen werden vergleichend analysiert. Rechtstheoretische und -praktische Aspekte sowie historische Zusammenhänge sollen die innere
Logik und die Spezifika des Islamischen Rechts beleuchten und durchschaubar machen.



Ostasiatisches Institut/Sinologie

P. Clart

Reform movements in Chinese Biddhism since the 19th Century (S+LÜ)

Mi, 15:15 Uhr, S 302 (Seminar).
Do, 15:15 Uhr, S 302 (Lektüreübung)

Just like China itself, Chinese Buddhism was confronted with an existential crisis in the second half of the 19th century, which threatened both its socio-economic and its doctrinal structures. A Buddhist reform movement sought to counter these threats and to secure the continuation of both the Buddhist community (sangha) and its teachings (dharma) in a modernizing China. The seminar introduces the key reformers and their influence on Chinese and Taiwanese Buddhism in the 20th and 21st centuries. It is accompanied by a reading class (Übung) devoted to key texts of and on the Chinese Buddhist reform movement.



Legende:

V: Vorlesung

S: Seminar

LÜ: Lektüreübung

Ü: Übung

KO: Kolloquium

BS: Blockseminar

letzte Änderung: 19.09.2017

Kontaktinformation

Centre for the Study of Religion
Schillerstraße 6
04109 Leipzig

Sprecher:
Prof. Dr. Christoph Kleine

E-Mail

Koordination und Information
Dr. Bernadett Bigalke

E-Mail